Inhalt

Historisches Wachtendonk

Bild eines Kupferstiches, der in der Mitte  die Straßenzüge und links unten die Burg zeigt, umgeben von Stadtmauern und WasserWachtendonk hat Geschichte. In der Zeit des hohen Mittelalters war der Ortsteil "Stadt Wachtendonk" mit seinem von Stadtmauern umschlossenen Ort und seiner Burg eine heftig umkämpfte Stadt mit wechselnden Herrschern. Schon 899, und damit früher als Ort und Burg Wachtendonk, ist in schriftlichen Quellen das auf der östlichen, rechten Niersseite gelegene Land "Geisseren" genannt. Im 12. Jahrhundert ließ sich der Vogt von Geisseren dann süd-östlich der heutigen Stadt auf einer "Donk" im Sumpfgebiet der Flüsse Niers und Nette auf der linken, westlichen Seite der Niers nieder. Die von ihm begründete Burg wurde nach dem Amt des Besitzers "Vogtendonk" genannt. Dieser Name, aus dem sich wohl die heutige Schreibweise "Wachtendonk" bildete, wurde auch auf die Siedlung übertragen, die sich nach und nach im Schutz der Burg entwickelte.

 

In der Bildmitte Teile der Burgruine auf einem Grashügel, umgeben von BäumenAls Bastion an der Frontlinie wurde Wachtendonk naturgemäß in die Auseinandersetzungen des Achtzigjährigen niederländischen Unabhängigkeitskrieges (1568 - 1648) hineingezogen. Hierbei entwickelte sich die Stadt zu einem der militärisch wichtigsten und am häufigsten umkämpften Orte des geldrischen Oberquartiers.

Wachtendonk geriet wechselweise unter niederländische und spanische Herrschaft. 1605 gelang es den Spaniern, Wachtendonk endgültig in ihren Besitz zu bringen. 1607 erhielt Wachtendonk das Recht der Neutralität. Die Festungswerke wurden ein Jahr später geschleift, Wachtendonk verlor damit seine militärische Bedeutung.

 

 


Chronologie zur Geschichte der "Stadt Wachtendonk"

Jahr                                                  Ereignis
899Das Land Geisseren wird erstmals als "Gessera" genannt
1131in Geisseren (an der Stelle der heutigen Kapelle St. Sebastian) wird ein Altar erwähnt
1196Arnold von Wachtendonk wird als erster seines Geschlechts genannt
1252 /57durch Jahresringe datierte Holzbauten aus dem Bereich der Bruch- und Feldstraße lassen auf die Existenz einer befestigten Burgsiedlung schließen.
1326erste schriftliche Erwähnung von Burg, Burgsiedlung und Mühle Wachtendonk
1354Wachtendonk wird erstmals "Stadt" genannt
1381Errichtung einer dem Hl. Michael geweihten Kapelle in der Stadt Wachtendonk (die spätere Pfarrkirche)
1422Die Stadtmauer wird erstmals genannt
1430erste Erwähnung der beiden Stadttore Bruchtor und Feldtor
1430Wilhelm von Wachtendonk stiftet bei der Kapelle in der Stadt ein Nonnenkloster
1434Burg und Stadt Wachtendonk werden der Landesherrschaft des Herzogs von Geldern unterstellt
1436umfangreiche Ausbauarbeiten an Burg und Stadt überliefert
1440Wachtendonk wird an den Herzog von Kleve verpfändet
1449die Pfarrechte der Kirche St. Sebastian werden der Kapelle in der Stadt übertragen
1470die Burg ist stark verfallen, sie wird aber wieder aufgebaut
1473Burg und Stadt Wachtendonk gehen endgültig an den Herzog von Kleve über
1503 / 04Burg und Stadt werden durch den Herzog von Geldern zurückerobert
1578Wachtendonk wird durch die niederländischen Generalstaaten eingenommen und stark befestigt
1588nach schwerer Belagerung erobern die Spanier Burg und Stadt
1600Wachtendonk wird wieder von den Generalstaaten eingenommen
1605die Burg wird zugunsten des Ausbaues des Festungsgürtels um die Stadt abgebrochen, die Stadt wird wieder von den Spaniern erobert. In diesem und in dem folgenden Jahr wird der "Pulverturm" auf den Fundamenten eines mittelalterlichen Stadtturms in seiner heutigen Gestalt neu erbaut
1608Schleifung der Festung Wachtendonk
1618und 1708 zerstörten große Stadtbrände die Stadt
1634nach dem Abbruch der Burg erbaut der Herr von Wachtendonk das Haus "den Hoff" in der Neustraße, das in diesem Jahr erstmals genannt wird
1713Wachtendonk fällt an Preußen
1825Stadt und Land Wachtendonk werden zu einer "Gemeinde" vereinigt
1967 bis 1978Ausgrabungen an der Burgruine durch das Rheinische Landesmuseum Bonn
1.7.1969Kommunale Neugliederung, die bisher selbständigen Orte Wachtendonk und Wankum werden zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen "Wachtendonk" zusammengeschlossen.

Mertens, Maria

Abteilung
Touristik und Kultur
Telefon
(0 28 36) 91 55-65
Telefax
(0 28 36) 91 55-765
E-Mail
maria.mertens@wachtendonk.de
Adresse
Feldstraße 35, 47669 Wachtendonk